Druiden, Schamane und Kräuterkundige
Je nachdem in welchem Teil Sakkaras man sich befindet wird man früher oder später meist von jenen magiekundigen Menschen hören, die im Gegensatz zu den Magiern die Elemente nicht ihrem Willen unterwerfen, sondern ein tiefes Verständnis für sie erlernt haben. Dass sie Magie in sich tragen steht außer Frage, jedoch scheint diese weniger ausgeprägt oder anders geartet zu sein, als bei jenen, die die Künste einer bestimmten Schule erlernen. Spricht man im Norden und in Yurataman von Druiden, so sind es in Limlygion die Schamanen und vor allem in Lithemyn findet man die Kräuterkundigen. Ihr Vorgehen überschneidet sich ebenso sehr wie es sich voneinander unterscheidet und soll im Folgenden näher erläutert werden.

Die Druiden des Nordens, die man häufig auch in den wilden Landstrichen Bearundors und vereinzelt in Yurataman antreffen kann, sind das, was man im Allgemeinen wohl als Hüter des Waldes bezeichnen würde. Sie zeichnen sich durch ein so tiefgehendes Verständnis für die Natur und die darin lebenden Kreaturen aus, dass sich eine magische Verbindung zu dem Land dessen Schutzes sie sich verschworen haben nicht leugnen lässt. So ist es den besonders weisen unter ihnen auch möglich, ihre Umwelt nach ihren Wünschen zu gestalten- ein alter Baum, der während eines besonders heftigen Regengusses schützend die Äste ausstreckt, Dornenranken die sich scheinbar von allein bewegen oder Raubtiere, die friedlich von dannen ziehen sind einige Beispiele für ihre Macht. Selbst die weniger Geübten unter den Druiden überleben selbst unter unwirtlichsten Bedingungen in der freien Wildnis, wissen sich selbst zu versorgen und haben ein immenses Wissen um Pflanzen und deren heilende Wirkung angesammelt. In Siedlungen begegnet man ihnen in der Regel mit einer Mischung aus Respekt und Skepsis, greift jedoch gern auf ihre Heilkünste zurück.

Alle Druiden haben verstanden, dass die Welt stets im Gleichgewicht sein muss. Wo Licht ist, muss auch Schatten sein, der Tod gehört zum Leben ebenso dazu, wie das Keimen eines Samens im Frühjahr und das Fallen der Blätter im Herbst. Für sie ist das Leben ein ständiger Kreislauf, den es zu schützen gilt und den sie gegen ein Ungleichgewicht wenn nötig, verteidigen werden. Zeigen sie sich sonst eher als Hüter und Schützer, so können sie, sollte dieser Fall eintreten zum entfesselten Zorn der Natur werden, der, nicht an gängige Moralvorstellungen gebunden, ein verheerendes Ausmaß annehmen kann. Druiden sind vor allem in den nördlichen Ländern an ihrem oft aufwendig geschnitzten Stab zu erkennen, den sie stets bei sich tragen und bei einem feierlichen Initiationsritus verliehen bekommen. Im Süden oder Osten handelt es sich hingegen häufiger um eine bestimmte Art von Kopfschmuck, oder auch einen Talisman.

In der Regel suchen sich sowohl Schamanen, als auch Druiden und Kräuterkundige ihre Schüler selbst aus. Finden sie ein Kind in dem sie Magie spüren nehmen sie es in ihre Obhut und unterweisen es in ihren Künsten. Nicht selten stehen die Schüler dem Tode dabei näher als dem Leben, da sie erbarmungslos darauf vorbereitet werden, allein zurecht zu kommen und das schon in sehr jungen Jahren. Ein Aussteigen gibt es nicht, denn die Druiden wachen eifersüchtig über ihr Wissen und jene, die sich gegen sie wenden und von denen man befürchten müsste, dass sie dieses Wissen an Nichteingeweihte verraten könnten, werden zum Wohle der Gemeinschaft zum Schweigen gebracht. Diese Gemeinschaft besteht oft aus einem lockeren Verbund von Zirkeln, die ganz unterschiedliche Schwerpunkte und Verhaltensregeln haben können. Zu denken, man kenne die Lebensweise aller, wenn man einen Druiden kennt ist also ein Trugschluss.

Dies wird auch sehr deutlich klar, wenn man sich die unterschiedlichen Ausprägungen betrachtet. Die Schamanen von Limlygion stehen zum Beispiel in einem weitaus schlechteren Ruf als die Druiden des Nordens. Das liegt vor allem daran, dass sie sich nicht dem Schutz der Natur verschrieben haben, sondern ihr Können vor allem darauf verwenden, bestimmte Mächte gegen Einzelpersonen zu richten und sich diese Dienste nicht selten bezahlen zu lassen. Von Flüchen ist in diesem Zusammenhang häufig die Rede, aber auch der Herstellung von Schutzamuletten oder kleinen Beuteln die ihrem Träger Glück oder Unglück bringen sollen.

Die Kräuterkundigen im Süden und Osten hingegen sind genau das, was ihr Name vermuten lässt: nicht nur Meister der Medizin, sondern oft auch der Gifte. Nicht selten stellen sie Tränke her, die nicht nur den Körper eines Menschen beeinflussen können, sondern auch (und dies ist besonders gefürchtet) dessen Geist. Was sie als Verbindung zu einer überirdischen Macht empfinden ist für normale Menschen in der Regel ein alptraumhaftes Erlebnis, das bei falscher Dosierung mit dem Tode endet. Sie sind auch diejenigen, die sich meisterhaft auf die Verwendung des verbotenen Krötengiftes aus dem Flammensumpf verstehen.